Prinzipien und Ziele

© Manuel Perez Vaca
© Manuel Perez Vaca

Die Daniel Barenboim Stiftung fördert den interkulturellen Dialog durch musikalische Bildung und Konzerte. Die Stiftung bemüht sich darum, Grenzen zu überwinden und zu wichtigen Reformen und Erneuerungen beizutragen. Bei diesen Bestrebungen spielt die Musik eine Schlüsselrolle: Sie ist sowohl eine universelle Sprache, die dabei helfen kann, eine gegenseitige Akzeptanz zwischen Menschen mit verschiedenen Hintergründen herzustellen, sie stellt aber auch ein intuitives Kommunikationsmittel dar, das bei der Vermeidung und Beilegung von Konflikten eine wichtige Rolle spielen kann.

 

Zu den Hauptaktivitäten der Stiftung gehören das Management sämtlicher Belange im Zusammenhang mit den internationalen Tourneen des West-Eastern Divan Orchestra, verschiedene Musik- und Bildungs-Projekte, größtenteils in Nahost sowie individuelle Stipendien-Programme. Die Stiftung glaubt, dass Musik viel in dieser Region bewirken kann und strebt deshalb danach, eine musikalische Kultur zu unterstützen, die zukünftig ein Bestandteil der sich dort entwickelnden Zivilgesellschaften sein wird. Es ist ein willkommener Nebeneffekt, dass nicht nur die Kontakte zwischen Israelis und Palästinensern gefördert werden sondern auch jene zwischen Palästinensern, die in der West Bank und in Israel leben.

 

Zusätzlich möchte die Stiftung talentierten Musikern aus Israel und Palästina ein Fenster zur Welt öffnen, indem sie deren Fortbildung an Weltklasse-Akademien und Konservatorien im Ausland unterstützt. Die Junta de Andalucia und die Spanische Regierung sind seit Jahren großzügige und treue Unterstützer dieser Aktivitäten in Kooperation mit der Fundación Barenboim-Said in Sevilla. Weitere Unterstützung erfolgt durch die Barenboim-Said Foundation USA.

 

Die Stiftung wurde 2008 von Daniel Barenboim als institutioneller Rahmen dafür gegründet, eine Reihe bestehender Projekte zu fördern, aber auch neue Initiativen innerhalb ihres Wirkungsbereiches zu entwickeln. Ihr Hauptsitz ist in Berlin, wo sie als gemeinnützige Stiftung eingetragen ist.

Das West-Eastern Divan Orchestra

© Harald Hoffmann
© Harald Hoffmann

1999 gründeten Daniel Barenboim und der amerikanisch-palästinensische Literaturwissenschaftler Edward W. Said das West-Eastern Divan Orchestra in Weimar. Es beruft sich mit seinem Namen auf J. W. Goethes lyrisches Alterswerk, das seine Verneigung vor den Liebesgedichten des persischen Dichters Hafis, aber auch seine langjährigen Studien islamischer Kultur widerspiegelt: „Gottes ist der Orient!/ Gottes ist der Occident!/ Nord- und südliches Gelände/ Ruht im Frieden seiner Hände.“

 

Das Orchester setzt sich in gleichen Teilen zusammen aus jungen israelischen und arabischen Musikern und hat sich inzwischen dank zahlreicher gefeierter Konzerte in aller Welt unter der Leitung Maestro Barenboims einen hervorragenden Ruf erspielt. Seine Mitglieder treffen sich jährlich zu Proben und konzertanten Aufführungen wieder. Viele von ihnen spielen heute in renommierten Orchestern als virtuose Vermittler sinfonischer Musik – u. a. Israel Philharmonic Orchestra, Lebanese National Symphony Orchestra, Syrian National Symphony Orchestra, Metropolitan Opera, Teatro alla Scala, Staatskapelle Berlin und Berliner Philharmoniker. Sie verstehen sich nicht als politische Botschafter, sondern als beispielsetzende Künstler. In ihrem musikalischen Zusammenspiel scheint die Hoffnung auf gegenseitige Toleranz und Harmonie auf. Mit dem Orchester ist ein utopischer Plan humanistische Wirklichkeit geworden.

 

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