Das West-Eastern Divan Orchestra

© Harald Hoffmann
© Harald Hoffmann

1999 gründeten Daniel Barenboim und der amerikanisch-palästinensische Literaturwissenschaftler Edward W. Said das West-Eastern Divan Orchestra in Weimar. Es beruft sich mit seinem Namen auf J. W. Goethes lyrisches Alterswerk, das seine Verneigung vor den Liebesgedichten des persischen Dichters Hafis, aber auch seine langjährigen Studien islamischer Kultur widerspiegelt: „Gottes ist der Orient!/ Gottes ist der Occident!/ Nord- und südliches Gelände/ Ruht im Frieden seiner Hände.“

 

Das Orchester setzt sich in gleichen Teilen zusammen aus jungen israelischen und arabischen Musikern und hat sich inzwischen dank zahlreicher gefeierter Konzerte in aller Welt unter der Leitung Maestro Barenboims einen hervorragenden Ruf erspielt. Seine Mitglieder treffen sich jährlich zu Proben und konzertanten Aufführungen wieder. Viele von ihnen spielen heute in renommierten Orchestern als virtuose Vermittler sinfonischer Musik – u. a. Israel Philharmonic Orchestra, Lebanese National Symphony Orchestra, Syrian National Symphony Orchestra, Metropolitan Opera, Teatro alla Scala, Staatskapelle Berlin und Berliner Philharmoniker. Sie verstehen sich nicht als politische Botschafter, sondern als beispielsetzende Künstler. In ihrem musikalischen Zusammenspiel scheint die Hoffnung auf gegenseitige Toleranz und Harmonie auf. Mit dem Orchester ist ein utopischer Plan humanistische Wirklichkeit geworden.

 

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Barenboim-Said Akademie

Barenboim-Said Akademie © hg merz
Barenboim-Said Akademie, © Volker Kreidler

Die Barenboim-Said Akademie bietet begabten jungen Musikern aus dem Nahen Osten, Nordafrika und der ganzen Welt eine international einzigartige Konservatoriumsausbildung, die ein intensives musikpraktisches Studium mit einer humanistischen Basis verbindet – und all das im historischen Zentrum Berlins.

 

Die Akademie bietet sowohl einen Bachelor-Studiengang in Musik als auch ein Artist Diploma in allen Orchester-Instrumentalfächern sowie Klavier, Komposition und Dirigieren an. Der staatlich anerkannte Bachelor-Abschluss, der nach vier Jahren erteilt wird, beinhaltet ein intensives und professionell ausgerichtetes Musikstudium sowie eine breitgefächerte Einführung in humanistische Themen. Das Artist Diploma bereitet angehende Musiker auf eine professionelle Laufbahn vor und kombiniert eine anspruchsvolle musikalische Ausbildung mit humanistischen Wahlfächern.

 

Zur Barenboim-Said Akademie

Pierre Boulez Saal

Pierre Boulez Saal © Volker Kreidler
Pierre Boulez Saal, © Volker Kreidler

Zur Akademie gehört auch der von Architekt Frank Gehry entworfene Pierre Boulez Saal. Der ellipsenförmige Raum fasst bis zu 684 Zuhörer, die je nach Konzertprogramm und musikalischer Besetzung in vier verschiedenen Sitzkonstellationen Platz finden. Im Saal beheimatet ist das Boulez Ensemble, eine Kammermusikformation von flexibler Besetzung, die sich aus Musikern des West-Eastern Divan Orchestra und der Staatskapelle Berlin, Studenten der Barenboim-Said Akademie und internationalen Gastkünstlern zusammensetzt und unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim steht. Mit seinem einzigartigen architektonischen und künstlerischen Profil zählt der Pierre Boulez Saal zu den herausragenden Veranstaltungsorten in Berlin. Ab März 2017 ist hier ein hochkarätiges Programm aus Kammermusik der Klassik und Romantik, Meisterwerken des 20. Jahrhundert und Musik unserer Zeit, einschließlich Uraufführungen, zu erleben.

 

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Musikkindergarten Berlin

Der Musikkindergarten Berlin wurde von Daniel Barenboim und Musikern der Staatskapelle Berlin initiiert. Zusätzlich zu einer fundierten, kreativen, ganzheitlichen, bunten und ästhetischen Grundausrichtung wird im Musikkindergarten Berlin ein besonderer Schwerpunkt auf die Vermittlung musischer Fähigkeiten gelegt. „Nicht Musikerziehung, sondern Bildung durch Musik“ lautet die Idee, die der Dirigent seiner Gründungsinitiative mit auf den Weg gab. Im September 2005 nahm der Musikkindergarten seine Arbeit in Schöneberg auf. Seit dem Kitajahr 2006/07 befindet sich der Musikkindergarten in der Leipziger Straße in Berlin Mitte. Träger des Musikkindergartens Berlin ist der 2005 gegründete gemeinnützige Verein, der Musikkindergarten Berlin e.V.

 

Musikkindergarten Berlin, © Monika Rittershaus
© Monika Rittershaus

 

Barenboim-Said Music Center Ramallah

Barenboim Said Foundation Ramallah
Barenboim Said Foundation Ramallah

Daniel Barenboim unterstützt seit vielen Jahren Musik- und Bildungsprojekte in Israel und Palästina. Die Projekte in der West Bank werden durch das Barenboim-Said Music Center koordiniert, das eine Einrichtung mit Büros und Unterrichtsräumen in Ramallah unterhält und als Basisstandort seiner 10-15 Vollzeit-Musiklehrer dient.

 

Seit 2003 wurde eine Anzahl von Projekten für alle Altersstufen vom Vorschul- bis zum Konservatoriums-Niveau in Israel und der West Bank realisiert. Sowohl die geografische Abdeckung als auch die Anzahl der Teilnehmer hat sich im Laufe der Zeit ausgeweitet. Die Anzahl der Schüler, die im Rahmen dieser Projekte aktiv unterrichtet wurden ist auf mehr als 250 angewachsen und steigt weiter. Mit ihren Konzerten und anderen öffentlichen Veranstaltungen erreichen sie eine noch wesentlich höhere Zahl von Zuhörern.

 

Der Edward Said Kindergarten, ein Joint-Venture mit der Palestinian Medical Relief Society, öffnete seine Türen in Ramallah im Oktober 2004. Instrumenten- und Gesangsunterricht wird in den Gebäuden des Zentrums in Ramallah, aber auch in befreundeten Institutionen wie z.B. Al-Kamandjati oder der Friends School of Ramallah erteilt. Zusätzlich zu ihren regulären Unterrichts-Aktivitäten führen die Lehrer und auch fortgeschrittene Studenten der Stiftung regelmäßig Konzerte und Einführungs-Workshops in Schulen, Jugendclubs und Gemeindezentren in der gesamten West Bank durch, wie z.B. in Betlehem oder Jenin.

 

Eine der ersten Veranstaltungen, die von der Stiftung organisiert wurde, war das „Konzert für zwei Völker“, das am 28. März 2008 in Jerusalem gegeben wurde und bei dem Daniel Barenboim mit einem Orchester junger Israelis und Palästinenser sowohl als Dirigent als auch als Solist aufgetreten ist. Im Februar 2009 begann eine neue Konzert-Serie in Ramallah, die von Daniel Barenboim persönlich initiiert wurde. Das erste Konzert wurde von Elisabeth Leonskaja gegeben, gefolgt von Auftritten Emmanuel Pahuds und Salem Abboud Ashkars. Die Ramallah Konzerte sind seitdem ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens in der West Bank.

 

Im Juli 2009 kamen Studenten aus verschiedenen, von der Stiftung unterstützten Projekten als Orchester und Chor zusammen um ein Opern-Projekt, The Sultana of Cadiz, durchzuführen. Das Stück, ein Potpourri verschiedener Arbeiten von Juan Crisóstomo de Arriaga sorgte während des Aufführungszeitraums für einen gut gefüllten Kulturpalast von Ramallah. Es war die erste Opern-Produktion, die jemals in der West Bank gezeigt wurde.